Kindergarten als Lebens- und Bildungsraum
Die Waldorfpädagogik wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf der Grundlage der Menschenkunde Rudolf Steiners entwickelt und orientiert sich an den Entwicklungsschritten des Kindes.
Im Mittelpunkt unserer Pädagogik steht das nachahmende Lernen
Die sinnvollen, praktischen Tätigkeiten der Kindergärtnerinnen in Haus und Garten wie kochen, backen, nähen, Spielzeug herstellen und reparieren, säen und pflanzen geben den Kindern die Möglichkeit mitzutun und nachzuahmen. So lernen sie nach dem Vorbild und nicht durch intellektuelle Erklärungen.
Rhythmus bestimmt das Leben in unserem Kindergarten
Durch rhythmische Wiederholungen erlangen die Kinder innere Sicherheit und können Vertrauen in die Welt aufbauen.
Ein fester Rhythmus findet sich in der Gestaltung des Vormittags, des Wochen- und Jahreslaufes in seiner Gliederung durch die christlichen Jahresfeste.
Reigenspiele, Geschichten, Märchen, Fingerspiele und Lieder kehren im Jahreslauf wieder und werden durch Wiederholungen vertieft.
Bei der täglichen Essenszubereitung machen die Kinder Bekanntschaft mit unseren natürlichen Lebensmitteln. Tischsitten und Eßkultur können sie beim gemeinsamen Frühstück kennenlernen.
Jeden Tag verbringen die Kinder ausgiebig Zeit bei Arbeit und Spiel im Garten. Ihre körperliche Geschicklichkeit üben sie beim Ballspielen, Stelzenlaufen, Seilspringen u.ä..
Einmal wöchentlich ist der Waldtag ein Angebot für die Kinder im letzten Kindergartenjahr. Der Lebensraum Wald bietet ihnen beste Möglichkeiten, die Natur und die Elemente mit allen Sinnen wahrzunehmen, zu erforschen und ihre Bewegungsentwicklung zusätzlich anzuregen. Durch das Vorbild der Erzieherinnen erleben die Kinder Achtung und Ehrfurcht vor der Schöpfung.
Im freien Spiel erforscht das Kind die Umwelt und erprobt sich im sozialen Umgang mit anderen.
Das phantasievolle, freie Spiel nimmt in unserem Kindergarten einen breiten Raum ein. Mit einfachem, möglichst wenig ausgestaltetem Spielzeug aus Naturmaterialien wie Rinden, Hölzern, Wurzeln, Muscheln, und Steinen sowie Tüchern, Bändern und einfachen selbstgestalteten Puppen und Tieren ist das Kind schöpferisch tätig.
Beim Tischpuppenspiel und beim ungeführten Rollenspiel stellen die Kinder Alltagserlebnisse dar und üben soziale Verhaltensmuster. Sie erweitern dabei ihre Sprachfähigkeit und ihre Ausdrucksmöglichkeiten. Im Garten, auf dem Spaziergang und im Wald experimentieren sie von sich aus und erforschen die Naturgesetze mit allen Sinnen, unmittelbar.
Wir bieten dem Kind Raum für seine emotionale Entwicklung. Freude, Humor, staunende Aufmerksamkeit, Mitgefühl kann es genauso erleben wie Wut, Schmerz und Angst. Bei einer guten Beziehungspflege der Erzieherinnen, ihrer liebevollen Zuwendung, ihrer Zuverlässigkeit, im Achten seiner Würde kann das Kind alle seine Gefühle zulassen und vertrauensvoll ausdrücken.
So kann sich beim Kind die Gewißheit verankern, eine unverwechselbare Identität zu sein, Selbstbewußtsein und Lebenssicherheit können wachsen.
Künstlerische Tätigkeiten sind wesentlicher Bestandteil unseres Angebots
Das Malen mit Wachsmalblöckchen, Wachsmalstiften, mit Aquarellfarben, das Kneten mit Bienenwachs, das Singen, das Musizieren und die Eurythmie spricht die Sinnes- und Bewegungsentwicklung des Kindes an und fördert seine Kreativität.
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen, in Freiheit entlassen
Das Leben in unseren Kindergärten kann nur wachsen und gedeihen mit dem Engagement der Eltern.
"Wollen wir unseren Kindern eine erlebenswerte Umgebung bieten, so müssen wir sie erschaffen, erhalten und erneuern."
Ein regelmäßigerAustausch über unsere Pädagogik bei Elternabenden,Entwicklungsgesprächen, Vorträgen und Arbeitskreisen ermöglicht einefruchtbare Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Eltern.